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11. September 2025
Freisprechung für 285 Handwerkerinnen und Handwerker
„Handwerk hat viele Gesichter“, sagte Kreishandwerksmeister Ulrich Birkemeyer beim Blick in den Saal des Schützenhofes in Herford – und eröffnete damit die inzwischen fünfte große Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland in dieser Location. Rund 900 Menschen waren gekommen. Darunter etwa 260 neue Fachkräfte, die vor wenigen Wochen ihre Gesellenprüfungen bestanden haben. Insgesamt wurden 285 vormalige Azubis aus dem Wittekindsland (Kreis Herford und Kreis Minden-Lübbecke) auf traditionelle Weise freigesprochen. 17 von ihnen wurden aufgrund herausragender Prüfungsergebnisse als Jahrgangsbeste zudem besonders geehrt.

„Handwerk hat goldenen Boden“ griff der Kreishandwerksmeister eine Redewendung auf, die in der Gesellschaft häufig zu hören ist. Seinen Worten zufolge empfinden viele Handwerkerinnen und Handwerker allerdings nicht, dass ihr Boden immer goldig ist. Aber für die Zukunft lässt sich wohl sagen, dass der Boden im Handwerk heute wieder eine sicherere Zukunft bedeutet – im Vergleich zu anderen Berufen. Um diese berufliche Sicherheit zu erhalten, ist allerding ein lebenslanges Lernen nötig. „Auch das Handwerk ist Teil der großen Veränderungen.“ Wo früher geschmiedet und gefeilt worden ist, kommen heutzutage computergesteuerte Maschinen und digitale Werkzeuge zum Einsatz. Entsprechend haben sich Berufsbezeichnungen geändert – aus Kfz-Mechanikern sind Mechatroniker geworden, aus Heizungsinstallateueren SHK-Anlagenmechaniker. Heute braucht das Handwerk in seinen 130 Ausbildungsberufen in 53 zulassungspflichtigen Gewerken demnach Fachkräfte, die praktisch präzise arbeiten, wie auch „schlaue Köpfe“, die ihre Stärken in digitaler arbeitende Handwerkstätigkeiten einbringen.



Vor diesem Hintergrund betonte Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld: „Erfolg entsteht nicht im Alleingang.“ Die neuen Gesellinnen und Gesellen sind für ihn Botschafterinnen und Botschafter des Handwerks, die gezeigt haben, dass sich eine Ausbildung lohnt. Er riet dem Nachwuchs, neugierig und lernbereit zu bleiben und später womöglich mal einen eigenen Betrieb zu führen. Handwerk sei immer ein Macher für Fortschritt und Innovationen. Dazu gehöre, Verantwortung zu übernehmen.
„Was heute in der Ausbildung gelernt wird, ist in zehn Jahren nicht mehr up-to-date“, schloss sich Jürgen Müller, Landrat des Kreises Herford, an. Und er hob zudem hervor, dass es für den Produktionsstandort Herford äußerst wichtig ist, ein innovatives Handwerk „hier vor Ort“ zu haben. Er berichtete dabei von einem Gespräch mit einem Unternehmer aus der Industrie, der an die öffentlichen Stellen im Kreis appellierte, dafür zu sorgen, dass junge Menschen im Handwerk ankommen.
Und wie Martina Hannen, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland, abschließend verdeutlichte, ermöglicht das Handwerk, sich mit eigener Kraft und Zuversicht beruflich immer weiter zu entwickeln. Es sind schließlich die jungen Gesellinnen und Gesellen, die künftig dafür sorgen, dass Wohnungen warm sind sowie Strom und Wasser fließen. Überall auf der Welt ist zu sehen: Handwerk hinterlässt Spuren. Nicht selten jahrhundertelang – wie alte Tunnel, Paläste und Viadukte beweisen. Und dabei ist es egal, woher ein Handwerker kommt, welche Sprache er spricht oder welcher Religion er sich zugehörig fühlt.
Allen Rednern war es ein Anliegen, allen neuen Fachkräften persönlich zu gratulieren, die ihre Gesellenprüfungen derartig gut abgelegt haben, dass sie besonders ausgezeichnet wurdem. Diese Prüfungsbesten sind:
Elektroniker:
Luke Ortgies (Smart E Concept UG, Rahden),
Florian Lübeck (Terra Gebäudeservice GmbH, Löhne).
Kraftfahrzeugmechatroniker:
Florian Halwe (Autohaus Gebr. Schwarte Lübbecke GmbH, Lübbecke),
Mathis Bratfisch (Autohaus Buschmann GmbH & Co. KG, Herford).
Land-und Baumaschinenmechatroniker:
Julian Bührig (Stefan Schich, Dörentrup).
Maurer:
Andreas Schulz (WesterBau eK, Hille).
Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs-und Klimatechnik:
Tom Reinker (W&S Heizungs-, Sanitär- u. Elektrotechnik GmbH, Bünde).
Tischler:
Nico Niemann (Schulte Innenausbau GmbH, Bad Oeynhausen).
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger:
Maximilian Falk (Falk Fliesen GmbH, Lübbecke).
Beton- und Stahlbetonbauer:
Paul Wilhelm (Wilhelm Becker GmbH & Co. KG, Bad Oeynhausen).
Zerspanungsmechaniker:
Maik Seeger (SW-Service GmbH & Co. KG, Pr. Oldendorf).
Zimmerer:
Matthias Braun (Willi Suckau, Minden).
Zudem gab es noch Prämien einzelner Innungen für Prüflinge mit Gesamtnote „gut“. So haben einen Zunfthut für gute Leistungen erhalten:
Matthias Braun (Willi Suckau, Minden),
Pascal Braun (Wilhelm Möller Zimmerei Sägewerk, Rahden),
Max Kleine (Zimmerei Haake GmbH & Co. KG, Hille),
Maximo Peselmann (Thorsten Friebel, Hüllhorst),
Josh Wilke (H. Knickmeier GmbH, Hüllhorst) sowie
Janis Heipmann (Planpluswerk, Bünde).
Die Tischler-Innung Minden-Lübbecke überreichte hingegen Simshobel für gute Leistungen an:
Nico Niemann (Schulte Innenausbau GmbH, Bad Oeynhausen) und
Mathis Rasche (Dirk Sielermann, Hüllhorst).





















